Anlässlich des 20. Embedded Talks fand am Mittwoch, den 13. Mai 2026, im Josephs in der Nürnberger Innenstadt, eine hochinteressante und praxisorientierte Diskussion zum Thema „Neuromorphic Hardware“ statt. Etwa 40 Forschende, Entwickler und Studierende aus Hochschulen, Forschungsinstituten und Industrieunternehmen nahmen an der Veranstaltung teil — und tauschten sich über die zukünftige Rolle neuromorpher Systeme in der Embedded- und Edge-AI-Technologie aus.
Die Veranstaltung wurde mit einem Willkommenswort von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Teich, Sprecher des FAU Research Center ESI, eröffnet. Anschließend hielt Prof. Dr. -Ing. Christian Georg Mayr (TU Dresden) eine Keynote, in der er Neuromorphic Computing auf Cloud-Ebene einging, die bisher entwickelte Hardware beschrieb und Anwendungsszenarien vorstellte.
Im weiteren Verlauf präsentierte Prof. Dr. Johannes Schemmel (Universität Heidelberg) stellt die BrainScaleS-Plattform vor – eine analoge, neuromorphe Architektur, die durch in-memory Computing und lokale Lernmechanismen energieeffiziente, bio-inspirierte KI ermöglicht, und zeigt, wie sie trotz wachsender Netzwerke mit neuartigen Skalierungskonzepten weiterentwickelt wird, um auch in EBRAINS für die Forschung zugänglich zu sein.
Nach einem kurzen Pausenintermezzo folgte die Präsentation von Dr. Fariborz Derakhshan (Nokia Bell Labs) und Dr. Leonidas Richter (Fraunhofer IIS), die zeigte, wie neuromorphe Hardware mit event-basiertem, spiking-neuronalem Computing künftige Kommunikationssysteme revolutionieren kann – besonders dort, wo Latenz, Energie und Skalierbarkeit entscheidend sind. Anhand zweier neuartiger ASICs – ADELIA und SENNA – demonstrierten sie, wie künstliche Intelligenz direkt in Kommunikationshardware integriert werden kann, um die Grenzen klassischer CPU-/GPU-basierter Systeme zu überwinden.
Die Veranstaltung schloss mit einer Panel–Diskussion unter Beteiligung aller Referenten, bei der zentrale Fragen wie „Wann wird neuromorphe Hardware nicht mehr ‘Nischen-Technologie’ sein, sondern Standard?“ oder „Wie wird das neuromorphe Software-Ökosystem entstehen?“ diskutiert wurden. Dazu kamen weitere lebhafte Gespräche beim Imbiss, bei dem Teilnehmende mit den Referenten direkt in Kontakt treten und Impulse für zukünftige Forschungsprojekte austauschen konnten.
Der 20. Embedded Talk war ein großer Erfolg und bot eine wertvolle Plattform, um die Herausforderungen, Chancen und zukünftige Entwicklungsrichtungen neuromorpher Hardware zu beleuchten — und zeigte die wichtige Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Hochschulen im Bereich der Embedded Artificial Intelligence.








Dr.-Ing. Torsten Klie
FAU Research Center Embedded Systems Initiative (FAU ESI)
