Wenn Netze zum Fokus werden: wie vernetzte Systeme kritische Infrastrukturen sichern
Was passiert, wenn nicht der WLAN-Router zu Hause ausfällt, sondern die Kommunikationsinfrastruktur, auf der Krankenhäuser, Energieversorger und Notfalldienste laufen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer FAUinsight-Veranstaltung, bei der ESI-Mitglied Prof. Dr.-Ing. Norman Franchi und Felix Winter unter der Moderation von Dr.-Ing. Eva Russwurm zwei Perspektiven auf ein gemeinsames Problem zusammenbrachten.
Kommunikationsnetze als unsichtbares Fundament
Kommunikationsnetze sind nicht eine von vielen kritischen Infrastrukturen – sie sind die Voraussetzung für alle anderen. Fällt der Backbone aus, drohen Kaskadierungseffekte weit über den ursprünglichen Ausfallpunkt hinaus. Resilienz bedeutet dabei mehr als Zuverlässigkeit: Ein resilientes System ist belastbar, lernfähig und adaptiv. KI-gestützte Anomalieerkennung, intelligente Frühwarnsysteme und selbstheilende Netzarchitekturen sind die zentralen Hebel – veranschaulicht am Beispiel der vernetzten Intensivstation, wo ein einzelner Switch-Ausfall nicht Datenpakete, sondern entscheidende Sekunden in der Patientenversorgung kosten kann.
Digitalisierung als Chance – und neue Verwundbarkeit
Felix Winter von Medical Valley EMN beleuchtete die Perspektive der Gesundheitsversorgung: Vernetzte Medizingeräte und Telemedizin retten Leben – schaffen aber auch neue Abhängigkeiten. Resilienz muss von Anfang an mitgedacht werden, nicht nachträglich eingebaut. Netzwerke wie das Medical Valley EMN bringen dafür die nötigen Akteure zusammen.
Vertrauen als gesellschaftliche Dimension
Was beide Vorträge verband: Resiliente Infrastrukturen sind die Grundlage des Vertrauens, das Menschen einer vernetzten Gesellschaft entgegenbringen. Die Zukunft gehört intelligenten Netzen, die nicht nur verbinden – sondern mitdenken.
Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten des LITES.

Prof. Dr.-Ing. Norman Franchi
Lehrstuhl für Intelligente Technische Elektronik und Systeme
Professorinnen und Professoren
