Neues ESI-Mitglied: Prof. Dr. Oliver Keszöcze

Mit der Berufung auf die Juniorprofessur Informatik wechselte Prof. Dr. Oliver Keszöcze von der Universität Bremen 2018 an die Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg.

An der Universität Bremen beschäftigte sich Prof. Keszöcze hauptsächlich mit der Synthese von Experimenten auf sogenannten Digital Microfluidic Biochips. Diese Biochips versuchen, dem „Lab on Chip“ Prinzip folgend, Diagnostik auf kleinsten Geräten vor Ort, z.B. in der Wohnung von Patienten, durchführen zu können.

Mit dem Wechsel an die FAU erweitert Herr Keszöcze seinen Forschungsschwerpunkt um den Bereich Approximate Computing. Die Idee hinter Approximate Computing ist die Erkenntnis, dass in vielen Fällen 100% korrekte Berechnungsergebnisse nicht zwingend erforderlich sind und der Fokus stattdessen auf nicht-funktionalen Aspekten wie Energieverbrauch oder Berechnungsdauer liegt. Zum Beispiel sind in in der Bildverarbeitung kleinste Abweichung im Ergebnisbild vom menschlichen Auge kaum wahrnehmbar. Gerade auf eingebetteten Systemen können Berechnungsfehler bei einem geringeren Energieverbrauch in Kauf genommen werden.
Im Bereich der künstlichen Intelligenz spielt Approximate Computing seine Stärken bei der Auswertung von neuronalen Netzen aus. Aufgrund der Größe der Netze können schon kleine Verbesserungen nicht-funktionaler Aspekte einzelner arithmetischer Operationen eine große Verbesserung des Gesamtsystems bedeuten.

Durch die Assoziation mit dem Lehrstuhl Informatik 12 (Hardware-Software-Co-Design) und die Aufnahme in ESI bietet sich für den Juniorprofessor ein attraktives Umfeld für
weitere Forschung und gemeinsame Projekte.

Die Forschungsergebnisse von Oliver Keszöcze sind in über 50 Fachpublikationen dokumentiert und finden mehrfach Anwendung in gemeinsamen Projekten mit Partnern aus der Forschung. Im Jahr 2018 erhielt Oliver Keszöcze den Berninghausen Preise für hervorragende Lehre. Der Preis wird von der Universität Bremen ausgelobt und kann nur einmal verliehen werden.